
Wer kennt ihn nicht: Dieter Hallervorden?! Ein großartiger Schauspieler, Kabarettist, Sänger, Synchronsprecher, Moderator und Theaterleiter, der am 5. September 1935 in Dessau geboren wurde. Er steht selbst an seinem 90. Geburtstag auf der Bühne! Die Berliner Lokalnachrichten gratulieren ihm ganz herzlich, wünschen vor allem Gesundheit, dass er weiterhin so tolle Erfolge in seinem Leben erzielen kann und weiterhin immer seine Meinung kundtut!
Das Schlosspark Theater beginnt seine 17. Spielzeit mit einer berühmten Komödie aus dem 17. Jahrhundert und mit einer ganz besonderen Premiere: Am Freitag, dem 5. September 2025 spielt Intendant Dieter Hallervorden an seinem 90. Geburtstag die Hauptrolle in Molières „Der eingebildet Kranke“.
Dieter Hallervordens neue Übersetzung und Bearbeitung lässt einige Anspielungen an seine beachtliche, über 65 Jahre währende Schauspielkarriere miteinfließen. Diverse neue Elemente – wie zum Beispiel die Duette zwischen Argan und dem aufmüpfigen Dienstmädchen Toinette – verleihen dieser Fassung eine moderne Facette. Auch der Titel des Klassikers wurde korrigiert: „Der eingebildet Kranke“. Denn daraus wird klar, was Molière gemeint hat: Der Kranke ist nicht etwa hochnäsig und arrogant („Der eingebildete Kranke“), sondern er bildet sich ein, krank zu sein.
Die heitere Neufassung des Weltklassikers über geldgierige Scharlatane und die immer präsente Angst vor dem Tod wurde von Regisseur Philip Tiedemann pointiert mit einem herausragenden siebenköpfigen Ensemble inszeniert, das dem Schlosspark Theater Publikum bestens bekannt ist: Neben Dieter Hallervorden stehen Publikumslieblinge wie Dagmar Biener, Mario Ramos, Christiane Zander, Helen Barke, Harald Effenberg und Peter Lewys Preston auf der Bühne.
Das außergewöhnliche Bühnenbild – ein überdimensionales Bett, das Darsteller und Zuschauer in die hypochondrische Welt des Argan entführt – kreierte Stephan von Wedel. Die wundervollen Kostüme, die gekonnt Elemente des Barocks mit modernen Komponenten verknüpfen, schuf Viola Matthies. Für die breitgefächerte Musik vom barocken Rezitativ bis hin zum modernen Rap zeichnet Henrik Kairies verantwortlich.
Der Komödiendichter der Weltliteratur Jean-Baptiste Poquelin alias Molière verfasste vor etwa 350 Jahren „Le malade imaginaire“. Mehrfach schrieb er Stücke, die auf die Tradition der Ärztesatire zurückgingen. Dieses war zugleich sein letztes Stück: Nach einem Zusammenbruch auf der Bühne verstarb er noch im Kostüm des Argan sieben Tage nach der Uraufführung, die 1673 im Palais Royal in Paris stattfand.
Zum Inhalt
Für Ärzte und Apotheker ist der „Kranke“, Monsieur Argan, eine wahre Goldgrube. Argans Vertrauen in die ärztliche Kunst geht so weit, dass er seine Tochter mit einem Arzt verheiraten möchte, obwohl die ihr Herz bereits an jemand anderen verschenkt hat. Die Dienstmagd Toinette, ausgestattet mit Mutterwitz und lockerem Mundwerk, versucht in der Maske eines Wunderheilers, Argan von seinem Krankheitswahn zu befreien. Gleichzeitig trachtet Argans Frau nach seinem Vermögen und ist bestrebt, ihre lästige Stieftochter vom Erbe auszuschließen.
Molière-Kenner dürfen sich auf zwei schier unverwüstliche Knallchargen freuen, nämlich auf die Doktoren Diafoirus, die Argan untersuchen, wobei beide Koryphäen zu höchst unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
Die Welt des „kranken“ Argan ist in dieser Burleske eine Mixtur aus beruhigenden Klistieren, sedierenden Säften, herzstärkenden Tropfen, Spülungen, Pillen und Tinkturen. Verständlich, dass da für Vernunft und gesunden Menschenverstand kein Platz mehr bleibt.
Premiere: Freitag, 5. September 2025, 20 Uhr
weitere Vorstellungen bis 19. Oktober 2025 (Änderungen vorbehalten)
Bild: © DERDEHMEL/Urbschat
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