
Die Berliner Energie und Wärme GmbH (BEW) startet die Erkundung der Tiefen Geothermie in Berlin. Gemeinsam mit Senat und Wissenschaftlern untersucht die BEW im Rahmen eines Forschungsprojektes, welchen Beitrag Wärme aus der Tiefe künftig zur Berliner Fernwärmeversorgung leisten kann. Zu den geplanten Untersuchungen gehört eine Explorationsbohrung auf dem Gelände des Heizkraftwerkes Marzahn. Zum offiziellen Projektstart kamen Ende Oktober die vier Konsortialpartner und der Fördermittelgeber am Südkreuz zusammen.
„In unserem Dekarbonisierungsfahrplan ist Tiefe Geothermie ein wichtiger Baustein: Anfang der 2030er Jahre soll erste geothermische Wärme in unser Fernwärmesystem fließen und den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien und unvermeidbarer Abwärme in unserem Erzeugungsmix ergänzen“, sagt BEW-Geschäftsführer Christian Feuerherd.
Lokal und ganzjährig verfügbare Wärme aus Tiefer Geothermie könne die Abhängigkeit von Energieimporten verringern und zu einem Bestandteil künftiger Wärmeversorgung werden.
Berliner Untergrund systematisch erkunden
Das gemeinsame Forschungsprojekt von BEW, der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, der Technischen Universität Darmstadt und der Georg-August-Universität Göttingen wird im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert.
Die Partner untersuchen ausgewählte Gesteinsformationen, die als geothermische Reservoire infrage kommen. Dafür führen sie vorhandene geologische Informationen und die im Projekt gewonnenen Daten aus der Explorationsbohrung in Marzahn zusammen. Ergänzend fließen die Ergebnisse der 3D-Seismik ein, die das Land Berlin unabhängig von Geo4Berlin durchführen wird. So entsteht ein digitales Reservoir-Modell, das als Planungsgrundlage für mögliche geothermische Anlagen dient.
Die geplante Explorationsbohrung am Heizkraftwerk Marzahn wird Daten über Temperaturen, die Förderbarkeit des Thermalwassers und die Eigenschaften der wasserführenden Gesteinsschichten liefern. Die Ergebnisse sollen zeigen, unter welchen technischen und wirtschaftlichen Bedingungen Erdwärme einen Beitrag zum Berliner Fernwärmesystem leisten kann. Die Bohrung in Marzahn soll bis in eine Tiefe von fast zwei Kilometern reichen und im ersten Quartal 2028 beginnen. Eine Vereinbarung mit dem Land Berlin räumt der BEW die erforderlichen Nutzungsrechte für die Erkundung am Standort Marzahn ein.
Parallel dazu beginnt die BEW mit ersten Planungen für eine mögliche Geothermieanlage in Marzahn. Die weitere Konkretisierung setzt ein ausreichendes geothermisches Potenzial voraus und erfolgt auf Grundlage der Ergebnisse der Bohrung und der 3D-Seismik des Landes Berlin. Ziel ist es, Anfang der 2030er Jahre erstmals Erdwärme in das Fernwärmesystem der BEW einzuspeisen.
Bildquelle: BEW/Andreas Friese
Dieser Inhalt ist nur für registrierte Nutzer sichtbar. Wenn Sie sich bereits registriert haben, melden Sie sich bitte an. Neue Nutzer können sich weiter unten registrieren.