Alexanderplatz: Weiteres Hochhaus verändert das historische Platzbild

Am Berliner Alexanderplatz ist ein weiteres Hochhausprojekt geplant. Der Immobilienkonzern Covivio will dort bis 2027 einen 130 Meter hohen Turm mit dem Namen „030BLN“ errichten. Vorgesehen ist ein Gebäude mit rund 60.000 Quadratmetern Nutzfläche, verteilt auf Büros, Einzelhandel, Gastronomie sowie etwa 300 Wohneinheiten.

Der Entwurf stammt von mehreren Architekturbüros, darunter Sauerbruch Hutton. Geplant ist ein Gebäudekomplex aus einem Sockelbau und einem 33-geschossigen Hochhaus. Neben Büroflächen und Geschäften sollen auch möblierte Wohnungen sowie Gemeinschafts- und Freizeitangebote entstehen. Eine öffentlich zugängliche Dachterrasse und eine neue Passage zwischen dem Hochhaus und dem benachbarten Park-Inn-Hotel sind ebenfalls vorgesehen.

Nach Angaben des Unternehmens sind große Teile der Einzelhandelsflächen bereits vermietet. Covivio betreibt bereits das Park Inn am Alexanderplatz und baut damit seine Präsenz an dem Standort weiter aus.

Das Projekt setzt auf einen Nutzungsmix aus Arbeiten, Wohnen und Freizeit. Ergänzend sind unter anderem Konferenzräume, Gastronomieangebote sowie Sport- und Gemeinschaftsflächen geplant. Auch technische Maßnahmen wie Geothermie, Photovoltaik und begrünte Dachflächen sind vorgesehen. Eine Nachhaltigkeitszertifizierung wird angestrebt.

Mit dem geplanten Hochhaus wird die bauliche Entwicklung am Alexanderplatz weiter vorangetrieben. Der Platz gehört zu den zentralen Orten der Stadt und ist seit Jahren Gegenstand umfangreicher Neubaupläne. Bereits zu DDR-Zeiten war der Alexanderplatz als repräsentatives Zentrum mit Hochhäusern und großzügigen Freiflächen angelegt worden. Die heutigen Planungen knüpfen zwar an die vertikale Bebauung an, verändern jedoch den ursprünglichen Charakter des Platzes deutlich.

Aus ostdeutscher Sicht wird diese Entwicklung teilweise kritisch gesehen. Der offene, weitläufige Platz mit seinen Sichtachsen und der sozialistischen Stadtplanung weicht zunehmend einer dichteren, kommerziell geprägten Bebauung. Befürworter sehen darin eine notwendige städtebauliche Verdichtung in zentraler Lage, Kritiker befürchten einen Verlust historischer Identität und öffentlicher Raumqualität.

Mit dem Projekt „030BLN“ setzt sich dieser Wandel fort. Ob das Hochhaus zu einer Belebung des Areals beiträgt oder die bestehenden Spannungen verstärkt, wird sich erst nach der Fertigstellung zeigen.

Bildquelle: ©Covivio

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