Berta in Berlin: Wenn Großmutters Erbe auf kulinarische Avantgarde trifft

Berta Acht Oktopus Gemüsesalat ONumrich
Berta Acht Oktopus Gemüsesalat / ©Oliver Numrich

Am 1. April 2026 machten wir uns als Redakteure der Berliner Lokalnachrichten auf den Weg in die Stresemannstraße, um das neu eröffnete Berta zu besuchen – und eines war sofort klar: Das hier war alles andere als ein Aprilscherz, sondern eine kulinarische Offenbarung. Mitten im Herzen Berlins hat die JLM Group um den renommierten Chefkoch Assaf Granit einen Ort geschaffen, der Tradition und moderne Kreativität auf eine Weise verschmilzt, die den Gaumen herausfordert und zugleich beglückt.

Eine Reise durch die Geschichte

Wer das Berta betritt, spürt sofort die familiäre Wärme, die das gesamte Konzept durchzieht. An der Wand hängen die Fotos der Omas aller Mitarbeiter – sie bestimmen mit ihrem Verständnis von guter, liebevoller Heimatküche, wie hier gekocht und wie Gäste umsorgt werden. In der Mitte thront Oma Berta, die Großmutter von Assaf Granit und Namensgeberin des Lokals. Die Geschichte ihrer Flucht aus Berlin nach Tel Aviv und die Rückkehr ihres Enkels an diesen Ort verleihen dem modern gestalteten Interieur eine tiefe, persönliche Resonanz, die weit über das bloße Design hinausgeht.

Kulinarik zwischen Berlin und Jerusalem

Wir haben uns durch die gesamte Karte kuliniert und wurden dabei an die Hand genommen und geführt durch Restaurantleiterin und Sommelier Natasha. Natasha, die seit fünf Jahren in Berlin lebt, ursprünglich aus Belarus stammt und lange in Tel Aviv gelebt hat, begleitete uns mit einer Herzlichkeit, die uns wie Familienmitglieder fühlen ließ. Zur Seite stand uns Souschef Luis – ein Kolumbianer, der in Münster aufgewachsen ist und in Köln einen Großteil seiner bisherigen Kochkarriere absolvierte. Er beriet uns bei den vielen ungewöhnlichen Gerichten mit noch ungewöhnlicheren Namen und erkundigte sich nach jedem Gang an unserem Tisch nach unserer Zufriedenheit. Ja, das waren wir voll und ganz!

Restaurantleiterin und Sommelier Natasha im Berta.
Verwöhnt eine Gäste: Souschef Luis im Berta.

Unser Abend begann mit „Kubaneh“, serviert mit Roter-Beete- und Meerrettich-Aioli, Crème fraîche und dem würzigen Schmelz von Zhug. Als Vorspeisen folgten „ACHT“ – perfekt gegarter Oktopus mit Feta-Aioli, gebranntem Gemüsesalat und Meerrettich – sowie „Kaiser Brülle“, eine Kombination aus Auberginencreme, Tahini, Chiliflocken und geröstetem Challah. Bei den Hauptgängen beeindruckten die „99 Balloons“ (ein Josper-gegarter Wolfsbarsch) sowie die „The Bolshoi Dumplings“: Pilz-Pelmeni in einer karamellisierten Zwiebel-Tatbila-Beurre-Blanc-Sauce. Den krönenden Abschluss bildeten der „Jerusalemer Cheesecake“ und „Beni Mousse“, eine Schokoladenmousse veredelt mit Olivenöl und reichlich Maldon-Salz.

Ein Gesamterlebnis für die Sinne

Das Berta ist weit mehr als nur ein Restaurant; es versteht sich als Ort des Feierns, an dem Gastronomie, eine lebendige Barszene und Musik zusammenkommen. Neben dem Restaurantraum und der einladenden offenen Küche, die den Blick auf das Handwerk hinter den Kulissen freigibt, lädt eine exzellente Bar zu einer Reise zwischen Berliner Wurzeln und der Seele Jerusalems ein. Für unsere deutschen Gaumen war dieses Zusammenspiel aus exotischen Gewürzen und vertrauten Komfort-Elementen zwar ungewöhnlich, aber letztlich eine beglückende Erfahrung – endlich einmal etwas ganz anderes in der Berliner Gastro-Landschaft.

Dieser Inhalt ist nur für registrierte Nutzer sichtbar. Wenn Sie sich bereits registriert haben, melden Sie sich bitte an. Neue Nutzer können sich weiter unten registrieren.

Anmelden

2 × 5 =