
Gustave Flauberts Roman Madame Bovary gilt als Meisterwerk des französischen Realismus und als Wegbereiter der literarischen Moderne. Flaubert widmete fünf Jahre der Arbeit an diesem Werk, das 1856 erschien und aufgrund der schonungslosen Darstellung von Ehebruch und verbotenen Sehnsüchten einen Skandal auslöste. Mit seiner präzisen, distanziert beobachtenden Sprache schuf Flaubert eine neue Form des Erzählens, die innere Zustände und gesellschaftliche Zwänge in scharfer Klarheit sichtbar machte.
Diese Spannung zwischen Traum und Realität bildet die Grundlage für Bovary von Christian Spuck, eine der erfolgreichsten Produktionen der Spielzeit 2023/24. Im Mittelpunkt steht Emma Bovary, gefangen in der Enge der Provinz, in der Monotonie einer lieblosen Ehe und in den Sehnsüchten, die ihr Leben zu sprengen drohen. Ihre Leidenschaft für Schönheit, Glanz und Vergnügen wächst mit jeder Zeile aus Groschenromanen und jeder Modeillustration aus Paris, die sie in eine Welt entführen, die unerreichbar und zugleich verführerisch erscheint.
Auf der Suche nach Selbstbestimmung verliert sie sich in Trugbildern, versucht das Unmögliche mit Affären, Luxus und flüchtigen Glücksmomenten zu füllen und gerät so in eine Spirale aus Schuld, Scham und Verzweiflung, die in ihrem tragischen Selbstmord endet.
Spuck übersetzt Flauberts psychologische Präzision in eine Bühnenversion, in der der Zusammenbruch von Emmas Leben als intensives, berührendes Psychogramm mit tänzerischen Mitteln erfahrbar wird.
Über den Roman „Madame Bovary“
Gustave Flauberts Madame Bovary, veröffentlicht 1856, ist ein Klassiker der französischen Literatur des literarischen Realismus und löste nach seiner Veröffentlichung einen Skandal aus. Flaubert wurde der Sittenwidrigkeit angeklagt, gewann jedoch den Prozess. Der Roman porträtiert die junge Emma Bovary, die sich in ihrer Ehe und in den engen Grenzen der Provinz gefangen sieht. Ihre Versuche, aus den gesellschaftlichen Normen auszubrechen und sich mit Liebhabern und materiellem Luxus das Leben nach ihren eigenen Wünschen zu formen, führen in eine Abwärtsspirale aus Schulden, Schande, Verzweiflung und schließlich in den Selbstmord. In Bovary beleuchtet Christian Spuck die Innenwelten der Figur und ihre tragische Suche nach Erfüllung, die sie zu einem zeitlosen Symbol menschlicher Sehnsucht macht.
„Bovary“
- Was: Tanzstück von Christian Spuck nach dem Roman von Gustave Flaubert
- Musik: Camille Saint-Saëns, Thierry Pécou, György Ligeti u.a.
- Wo: Deutsche Oper Berlin, Bismarckstr. 35, 10627 Berlin
- Wann: 1., 2., 6. und 10. Oktober 2026, 19.30 Uhr, Einführung zum Stück jeweils 45 Minuten vor der Veranstaltung
- Karten: von 22,00 bis 110,00 Euro unter www.staatsballett-berlin.de
Verlosung
Die Berliner Lokalnachrichten verlosen 2 x 2 Karten für die Vorstellung am 6. Oktober 2026. Zur Teilnahme geben Sie bitte im Textfeld das Stichwort „Bovary“ an. Damit das Textfeld angezeigt wird, müssen Sie angemeldet sein. Eine Teilnahme per E-Mail ist nicht möglich. Einsendeschluss ist der 5. Oktober 2026.
Rechtsweg und Auszahlung sind ausgeschlossen. Die Teilnehmer müssen volljährig sein. Die Teilnehmerdaten werden ausschließlich für die Durchführung der Verlosung verwendet. Bildquelle: ©Serghei Gherciu
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