
Die Berliner Schornsteinfeger-Innung weist auf eine unterschätzte Gefahr hin, die besonders während extremer Wetterphasen und Heizungsausfällen akut wird. Kohlenmonoxid (CO) ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, das bei unvollständiger Verbrennung entsteht und bereits in geringen Konzentrationen zu schweren Gesundheitsschäden oder zum Tode führen kann.
Angesichts der anhaltenden Kälteperioden und der Großschadenlage in Berlin, die zu zahlreichen Heizungsausfällen geführt hat, besteht derzeit ein besonders hohes Risiko. Das Handwerk warnt eindringlich davor, in Notsituationen ungeeignete Geräte zur Wärmeerzeugung einzusetzen.
Besonders gefährlich sind folgende Praktiken:
- Betrieb von Gas- oder Ölgeräten ohne funktionierende Abgasführung
- Einsatz von Katalytofen, Grills oder Heizstrahlern in Wohnräumen
- Veränderungen an bestehenden Feuerstätten oder Lüftungsöffnungen
- Betrieb von Feuerstätten bei gleichzeitiger Stromausfalls-bedingter Abschaltung von Lüftungs- oder Abgasanlagen
Ein Vertreter des Schornsteinfegerhandwerks betont: „Wir beobachten immer wieder, dass in Notsituationen Geräte genutzt werden, die nicht für den Betrieb in Innenräumen geeignet sind. Das kann innerhalb kürzester Zeit zu lebensbedrohlchen CO-Konzentrationen führen.“
Empfohlene Schutzmaßnahmen:
Die Schornsteinfeger raten zum Schutz der eigenen Gesundheit zu folgenden Maßnahmen: Mobile Gas-, Öl- oder Kohlegeräte sollten nie in Innenräumen betrieben werden. Alle vorhandenen Feuerstätten müssen nach ihrer Bestimmung und mit ausreichender Frischluftzufuhr genutzt werden. Die Installation von CO-Warnmeldern in Wohnungen und Häusern wird dringend empfohlen. Im Verdachtsfall auf CO-Konzentration sollten sofort die Fenster geöffnet werden, das Gebäude verlassen und der Notruf 112 gewählt werden.
Notfeuerstellen als Lösungsansatz
Um längerfristige Strom- und Heizungsausfälle sicherer zu bewältigen, fordern die Berliner Schornsteinfeger die Einführung einer Notofenverordnung. Andere Bundesländer wie Bayern und Sachsen haben bereits pragmatische Regelungen für den befristeten Einsatz von Notfeuerstellen geschaffen. Diese erlauben unter klar definierten Bedingungen und Sicherheitsauflagen die Nutzung bestehender, ungenutzter Holz- oder Kaminöfen zur Vermeidung von Frostschäden an Gebäuden.
Die Schornsteinfeger betonen jedoch: Solche Ausnahmeregeln dürfen nicht zu unkontrollierten Experimenten führen. Notfeuerstellen müssen sachkundig eingebaut und geprüft werden; sie ersetzen keine zentrale Heizversorgung.
Abschließend appellieren die Berliner Schornsteinfeger an alle Bürger: „Kohlenmonoxid ist unsichtbar – die Gefahr wird oft erst erkannt, wenn es zu spät ist. Vorsicht schützt Leben.“
Bild: Leopictures via Pixabay
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