Tourismus in Brandenburg: 5,5 Milliarden Euro Umsatz und starke Wertschöpfung im ganzen Land

Brandenburgischer Tourismustag 2026 / ©TMB-Fotoarchiv/Steven Ritzer
TMB-Geschäftsführer Christian Jaschinski, Wirtschaftsministern Martina Klement und OSV-Präsident Ludger Weskamp (von links nach rechts) beim Brandenburgischen Tourismustag (TMB-Fotoarchiv/Steven Ritzer)

Der Tourismus hat sich 2025 erneut als wichtiger Wirtschaftsfaktor für Brandenburg erwiesen. Rund 5,5 Milliarden Euro Bruttoumsatz erwirtschaftete die Tourismus- und Freizeitwirtschaft im Land. Davon bleiben etwa 2,6 Milliarden Euro als Wertschöpfung vor Ort. Das entspricht dem Einkommen von rund 90.200 Menschen und generiert ein Steueraufkommen von gut 508 Millionen Euro aus Mehrwert- und Einkommensteuer. Insgesamt wurden rund 130 Millionen touristische Aufenthaltstage gezählt – etwas mehr als noch im Vor-Corona-Jahr 2019.

Besonders stark profitiert das Gastgewerbe mit rund 2,7 Milliarden Euro Umsatz, gefolgt vom Einzelhandel mit knapp 1,5 Milliarden Euro und den Dienstleistungen mit etwa 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro. Eine Besonderheit Brandenburgs ist der hohe Anteil der Tagesgäste: Etwa jeder zweite Euro, der in der Branche umgesetzt wird, stammt von Besuchern, die nicht übernachten. Davon profitieren auch Städte und Regionen ohne große Übernachtungskapazitäten. Die Nachfrage wirkt damit weit über klassische Hotels und Pensionen hinaus und stützt Handel, Handwerk, Kultur und zahlreiche Dienstleister.

Wirtschafts- und Tourismusministerin Martina Klement bezeichnete den Tourismus beim Brandenburgischen Tourismustag als weit mehr als ein Aushängeschild. Er sei ein verlässlicher Wirtschaftsfaktor im gesamten Land, von dem nicht nur touristische Betriebe, sondern auch die Menschen in den Regionen profitieren. Gerade die ländlichen Gebiete würden durch Einkommen und Wertschöpfung gestärkt. Gleichzeitig betonte sie, dass es nun darauf ankomme, aus der stabilen Nachfrage noch mehr Wertschöpfung zu erzeugen – mit Qualität, Innovation und Angeboten, die Gäste begeistern.

Die Branche steht allerdings auch vor Herausforderungen. Zwar blieb die Nachfrage auf hohem Niveau und der Bruttoumsatz ist gestiegen, doch die Kosten haben sich deutlich erhöht. Hinzu kommt eine touristische Nachfrage, die kurzfristig stark schwanken kann und damit schwerer planbar ist. Qualität gilt daher als entscheidender Wettbewerbsvorteil. Die Zufriedenheit der Gäste mit Brandenburger Unterkünften erreichte 2025 einen Wert von 84 von 100 Punkten. Engagierte Gastgeber, Unternehmen, Kommunen und Reiseregionen sorgten dafür, dass Brandenburg als Reiseland erfolgreich bleibt.

Beim Tourismustag, dem wichtigsten jährlichen Branchentreffen des Landes, diskutierten mehr als 300 Vertreter aus Tourismuswirtschaft, Reiseregionen, Verbänden, Politik und Verwaltung über Entwicklungen und Perspektiven. Die Tourismusmarketing Brandenburg (TMB) sieht ihre Aufgabe darin, das Land sichtbar zu halten – unter anderem über ein Content-Netzwerk mit zahlreichen Redakteuren und Ausgabekanälen, auch im digitalen Bereich und bei KI-gestützten Reiseplanungen. Sie liefert Marktdaten, Impulse für Innovationen und ein Netzwerk für Reiseregionen und Gastgeber.

Die Sparkassen sind wichtige Finanzierungspartner der Branche. Mit Stand Juni 2026 hatten die elf Sparkassen im Land dem Gastgewerbe Kredite in Höhe von rund 209 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Investitionen in die Infrastruktur kommen nicht nur Touristen, sondern auch den Einwohnern vor Ort zugute.

Die Zahlen unterstreichen die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus und die damit verbundenen Einkommen und Arbeitsplätze. Gleichzeitig werfen sie grundsätzliche Fragen auf. Touristen kommen wegen der Landschaft, der Seen und der Ruhe – doch jede zusätzliche Straße, jedes neue Angebot und jeder höhere Besucherdruck verändert genau das, was sie suchen. Ob der Tourismus langfristig das erhält, wovon er lebt, und wie nachhaltig eine starke Ausrichtung auf den Fremdenverkehr ist, bleibt offen. Wertschöpfung entsteht zweifellos. Ob in manchen Regionen eine stärkere Industrieansiedlung stabilere Einkommen bei geringerer Belastung von Natur und Ortsbildern bringen könnte, wird seltener diskutiert. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, was der Tourismus leistet. Die Abwägung, wie weit Brandenburg auf ihn setzen sollte, bleibt damit nicht beantwortet.

Bildquelle: ©TMB-Fotoarchiv/Steven Ritzer

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