Das Zentrum Neuköllns wird neu gestaltet

Erster Spatenstich

Stellvertretend für die Einwohner Neuköllns aus aller Welt erfolgte der erste Spatenstich mit symbolischer Steinverlegung durch Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky, Staatssekretär Ephraim Gothe, Baustadtrat Thomas Blesing, durch Vertreter der [Aktion! Karl-Marx-Straße] sowie durch Vertreter der Workshops „meinstein“.

Damit begann die Umsetzung eines der wichtigsten Meilensteine im Programm der [Aktion! Karl-Marx-Straße]: die Schaffung von Raum für Begegnung, Aufenthalt und Aktion für ein attraktives Geschäfts-,Verwaltungs- und Kulturzentrum von Neukölln. Dreh- und Angelpunkt des schrittweisen Umbaus der Karl-Marx-Straße zwischen der Lahnstraße im Süden und dem Hermannplatz im Norden ist der Umbau des Platzes der Stadt Hof. Im Zentrum der Karl-Marx-Straße gelegen, soll er der Platz der Neuköllner werden.

Der Platz wird nicht nur umfassend erneuert, sondern auch nach Süden bis zur Richardstraße deutlich erweitert. Dadurch entsteht eine großzügige Platzfläche, die vielfältig nutzbar ist und sowohl zum Verweilen einlädt, als auch Veranstaltungen ermöglicht. In Höhe der Richardstraße wird ein neues Bistro mit Außenbewirtung sowie öffentlicher Toilette entstehen. Für Aufenthaltsqualität sorgen zahlreiche Sitzmöbel sowie die alte Platane, die selbstverständlich erhalten bleibt, und die Pflanzung zehn weiterer Bäume. Im Pflaster des neuen Platzes werden die Einwohner Neuköllns aus über 160 Ländern durch acht Steinsorten symbolisiert, die für acht Weltregionen stehen (Deutschland, Naher/Mittlerer Osten, Osteuropa, Westeuropa, Ungeklärte Herkunft, Afrika, Ferner Osten und Amerika).

Um zu erreichen, dass sich die Neuköllner mit dem Platz identifizieren und er ihnen bietet, was sie sich wünschen, wurde die Bevölkerung umfangreich in die Planungs-, Gestaltungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen. 2010 lobte die Aktion einen Wettbewerb aus, der von Umfragen, Kunstaktionen und Schülerworkshops zur Umgestaltung des Platzes der Stadt Hof begleitet wurde. Auf diese Weise wurde den Teilnehmenden Büros gezeigt, wie das Leben auf dem Platz sein kann und was von den Neuköllnern gewünscht wird – die Ergebnisse der vielfältigen Bürgeraktionen konnten so in die Planungen mit einfließen. Noch vor der Jurysitzung zum Wettbewerbsentscheid hatten die Neuköllner Gelegenheit, ihre Anregungen und Meinungen auf einer Bürgerversammlung mitzuteilen. Im Siegerentwurf des Wettbewerbs von el:ch Landschaftsarchitekten und der Künstlerin Nadia Kaabi-Linke werden nun die Anteile der unterschiedlichen Herkünfte der Neuköllner als Abbild der Vielfalt und damit der besonderen Stärke Neuköllns im neuen Pflaster präsentiert.

Das Besondere: Im Zuge der Workshops „meinstein“ haben Neuköllner mit jeder ihrer Aussagen zum Zusammenleben in Neukölln die Anordnung der Steine auf dem Platz verändert. So ist aus reiner Statistik ein Neukölln-Gefühl geworden, das sich im „demographischen Mosaik“ des Platzes ablesen lässt. Vielleicht erstmals hat somit eine Vielzahl an Bewohnern den Gestaltungsplan für einen zentralen Platz zusammen erstellt – von Neuköllnern für Neuköllner.

Der Umbau wird aus dem Programm Aktive Stadtzentren finanziert und voraussichtlich Ende 2013 abgeschlossen sein. Um die Unannehmlichkeiten während der Baumaßnahme so gering wie möglich zu halten, hat der Bezirk ein Baustellenmanagement eingerichtet, das Ansprechpartner für alle Fragen zum Baustellenablauf ist:

Philip Gehrke

 

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