Anti-Betrugs-KI entlarvt falsche Bilder: Norddeutschen Zukunftspreis für Künstliche Intelligenz

Das Startup Vaarhaft aus Hamburg gewinnt den Norddeutschen Zukunftspreis für Künstliche Intelligenz mit einer Anti-Betrug-KI. Bei der feierlichen Verleihung im Rahmen des „Abends der KI“ in Lübeck erhielt Vaarhaft den mit 10.000 Euro dotierten Preis, der vom Zentrum für Künstliche Intelligenz Lübeck vergeben und von „Junge Die Bäckerei.“ gestiftet wurde.

In Anwesenheit von Ministerpräsident Daniel Günther wurde die Auszeichnung am Firmensitz des Bäckereiunternehmens in der Lübecker Hafenstraße an die Vaarhaft-Gründer Anne Patzer und Linus Kameni überreicht. Damit würdigten die Universität zu Lübeck und ihre Partner zum fünften Mal herausragende Beiträge zur Entwicklung und Anwendung künstlicher Intelligenz im norddeutschen Raum. Erstmals entschied sich die hochkarätig besetzte Jury, zu der auch Axel Junge als Gesellschafter und der geschäftsführende Junge-Gesellschafter Tobias Schulz gehören, für ein Startup.

Ministerpräsident Daniel Günther hob in seinen Grußworten zuvor die Bedeutung der KI-Technologien für den Innovationsstandort und die Menschen in Schleswig-Holstein hervor. „Dieser Preis steht für das, was uns in Schleswig-Holstein und im gesamten Norden ausmacht: Mut, Neugier und der Wille, unsere Zukunft positiv zu gestalten. Und die Künstliche Intelligenz gehört dazu: in der Forschung, in der Wirtschaft, in der Verwaltung und immer stärker auch in der Medienkompetenzbildung“, sagte Ministerpräsident Günther. „Fake News und manipulierte Bilder haben sich in den sozialen Medien breit gemacht. Sie stellen eine Gefahr für die freie Meinungsbildung und unsere demokratische Grundordnung dar. KI-Technologien können dabei helfen, Falschnachrichten aufzuspüren. Insofern sind die diesjährigen Preisträger eine gute Wahl.“

Denn Vaarhaft liefert eine technologische Antwort auf eine der drängendsten Fragen im Zeitalter generativer KI: Was ist digitale Realität und was Täuschung? Mit der Software können Unternehmen in Sekundenschnelle überprüfen, ob ein Bild, Video oder Dokument echt ist oder manipuliert wurde. „Wir leben aktuell in einer Welt, in der sich generative Künstliche Intelligenz so rasant weiterentwickelt und immer besser darin wird, digitale Medien synthetisch zu erzeugen, dass wir unseren eigenen Augen nicht mehr blind vertrauen können“, sagte Linus Kameni, CEO und Co-Founder von Vaarhaft.

Das junge Unternehmen entwickelt Softwarelösungen zur Authentifizierung digitaler Medien, die Deepfakes und Fälschungen von Videos, Audiodateien und Dokumenten in Echtzeit erkennt. Firmen können damit aktiv gegen Betrugsversuche vorgehen und ihre Markenintegrität schützen.

„Mit VAARHAFT zeigen wir, dass Exzellenz in der KI-Entwicklung längst nicht mehr nur in öffentlichen Forschungseinrichtungen zu Hause ist“, sagte Prof. Mattias Heinrich, einer der Sprecher des Zentrums für Künstliche Intelligenz Lübeck. „Startups wie dieses bringen Forschungswissen direkt in marktfähige Produkte – und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur technologischen Souveränität.“

Der Abend der KI ist Teil der „Woche der KI“. Sie läuft noch bis zum 15. November 2025 und wird gemeinsam von der Universität zu Lübeck, der TH Lübeck, der IHK zu Lübeck, dem DFKI, dem Fraunhofer IMTE und dem Hanse Innovation Campus Lübeck organisiert. Die Veranstaltungsreihe lädt Fachleute, Studierende und Interessierte dazu ein, Künstliche Intelligenz in all ihren Facetten kennenzulernen.

Mehr Infos unter woche-der-ki.de

Preisstifter und KI-Treiber

Seit nunmehr fünf Jahren unterstützt Junge Die Bäckerei den Norddeutschen Zukunftspreis für Künstliche Intelligenz als Stifter des Preisgelds in Höhe von 10.000 Euro. Zudem engagieren sich der Gesellschafter Axel Junge und der geschäftsführende Gesellschafter Tobias Schulz als Jurymitglieder.

Axel Junge als langjähriger Junge-Geschäftsführer, Beiratsvorsitzender und Gesellschafter hat sich seit seinem operativen Einstieg in das Unternehmen vor gut 40 Jahren immer in der Rolle als Treiber und Förderer digitaler Prozesse gesehen.

„Das hat damals mit den Backplänen angefangen. Heute erreichen wir bei Junge ein Niveau der Digitalisierung, das branchenweit führend ist“, so Axel Junge weiter. Nach und nach habe man die Datenbasis verbreitert. „Bereits in den 2000er Jahren haben wir begonnen, Wetterdaten in unsere Umsatz-, Produktions- und Personalplanung einzubeziehen. Denn unterschiedliches Wetter bedeutet unterschiedliches Konsumverhalten.“ Und: Eine exakte Datenbasis diene in jeder Hinsicht der Nachhaltigkeit.

Bis heute fließen bei Junge immer mehr Daten in diese Prognosen, darunter Ferientermine, Volksfeste, Baustellen, Vorjahresumsätze und vieles mehr. Insgesamt verarbeitet Junge etwa fünf Terrabyte Daten pro Jahr, um für jeden seiner über 210 Standorte präzise Vorhersagen zu treffen – unterstützt durch umfangreiches maschinelles Lernen.

Bild: ©Junge Die Bäckerei.

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