Achtung: Nach Zeitumstellung steigt die Gefahr von Wildunfällen

Wildtier- und Artenschutzzentrum (WTST), Germany | 2022 06 15 |

Achtung Wildwechsel! VIER PFOTEN warnt vor einem erhöhten Unfallrisiko durch die Zeitumstellung in der Nacht vom 28. auf den 29. März. Mit der Umstellung auf Sommerzeit fallen die morgendlichen Hauptverkehrszeiten wieder in die Dämmerungsphase – genau dann, wenn viele Wildtiere unterwegs sind. Eva Lindenschmidt, Diplom-Biologin und Wildtierexpertin in der Wildtierstation von VIER PFOTEN, erklärt, worauf Verkehrsteilnehmer in dieser Zeit besonders achten sollten, um sicher durch den Straßenverkehr zu kommen.

„Durch die Zeitumstellung fällt der morgendliche Berufsverkehr in die Dämmerung. In dieser Zeit sind viele heimische Wildtiere wie Wildschweine, Hirsche, Füchse oder Rehe besonders aktiv“, so Eva Lindenschmidt. „Die Tagesabläufe von Mensch und Tier überschneiden sich, was die Wahrscheinlichkeit von Wildunfällen erhöht. Hinzu kommen die Ende März oft noch kühlen Temperaturen, die die Straßen rutschig machen können. Besonders in ländlichen und waldnahen Gebieten sollten Autofahrer daher ihr Tempo drosseln und besonders aufmerksam fahren.“

Achtung Wildwechsel!

Besondere Gefahrenzonen sind Wälder, Feldwege und abgelegene Landstraßen. Wer ein reflektierendes Augenpaar am Straßenrand sieht, sollte sofort bremsen, hupen und abblenden. „Ein Wildtier, das vom Scheinwerferlicht geblendet wird, erstarrt oft und bewegt sich nicht mehr“, sagt die Biologin Eva Lindenschmidt. „Rehe und Wildschweine sind selten allein unterwegs. Wenn ein Tier die Straße kreuzt, sollte man einen Moment warten, bevor man weiterfährt, denn meist folgen noch weitere Tiere.“

Mit der Zeitumstellung beginnt auch der Frühling – eine Zeit, in der es in der Natur besonders lebhaft zugeht. Winterschläfer wie Igel erwachen aus dem Winterschlaf, Feldhasen paaren sich und die ersten Frischlinge sind schon unterwegs. „Die Brut- und Setzzeit hat begonnen, und Wildtiere sind oft abgelenkt. Ein zu schnelles Fahrzeug kann sie binnen Sekunden tödlich verletzen und Jungtiere zu Waisen machen. Auch das eigene Leben kann bei einem Unfall in Gefahr geraten“, warnt Lindenschmidt. „Wir bitten daher alle Verkehrsteilnehmer im Namen der Wildtiere und ihrer eigenen Sicherheit, den Fuß vom Gas zu nehmen und besonders vorsichtig zu fahren.“

Unfälle lassen sich vermeiden

Kommt es dennoch zu einem Unfall und ein Wildtier wird angefahren, sollte man Ruhe bewahren und die Unfallstätte sorgsam absichern. „Wildunfälle sollten in jedem Fall unverzüglich bei der Polizei gemeldet werden, die in der Regel auch die zuständige jagdberechtigte Person informiert. Zum einen besteht durch ein verletztes oder totes Tier auf der Fahrbahn die Gefahr weiterer Unfälle, zum anderen kann nur durch die Meldung sichergestellt werden, dass das verunfallte Tier schnellstmöglich adäquate Hilfe erhält. Schwerstverletzte Tiere müssen gegebenenfalls erlöst werden, bei leichter verletzten Tieren können unter Umständen örtliche Wildtierstationen helfen“, so die Wildtierexpertin. „Auch wenn ein Tier nach dem Unfall unverletzt scheint und flüchtet, sollte der Vorfall gemeldet werden. Innere Verletzungen, schwere Kopfverletzungen oder Knochenbrüche sind dennoch möglich und verursachen unnötiges Leid, wenn die Tiere nicht zeitnah gefunden werden.“

Bild: © VIER PFOTEN I Sabine Skiba

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